Inhaltsübersicht der Sokar-Ausgaben Nr. 36–40: 

 

Sokar Nr. 40
Winter 2021/22
22. Jahrgang
196 Seiten
321 Fotos/Abb.
 

Am Rand des Horizonts
Zur Funktion der mittleren Kammer in der Cheops-Pyramide
Der ungewöhnliche Aufbau des Kammersystems der Cheops-Pyramide ist nach wie vor Gegenstand kontroverser Diskussionen. So ist beispielsweise auch die Frage, welche Funktion einst die aufwendig im Kernmauerwerk konstruierte mittlere Kammer im Raumprogramm dieses Königsgrabes innehatte, bis heute nicht abschließend beantwortet worden. Das Spektrum der bisherigen Deutungsversuche reicht von einer geplanten, aber aufgegebenen Grabkammer des Königs, einer Reservegrabkammer bis hin zu einer Ka-Statuenkammer oder einem Magazinraum. Ausführlich werden die mittlere Kammer und die verschiedenen Auffassungen über ihre einstige Funktion vorgestellt und kommentiert.
Michael Haase
Seite 6–47

Steingefäße aus der Totenkultanlage des Sahure
Aufarbeitung im Ägyptischen Museum Berlin
Mehr als 2000 Steingefäßfragmente, die Ludwig Borchardt 1907/08 bei seinen Grabungen im Pyramidenbezirk des Königs Sahure (5. Dynastie) in Abusir geborgen hat, lagen bis vor wenigen Jahren weitgehend unbearbeitet in den Magazinen des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung, Berlin. Seit 2018 wird diese Kollektion nun inventarisiert und wissenschaftlich aufgearbeitet. Neben typologischen Aspekten spielen dabei auch Materialität, Handwerkskunst und Produktionstechniken eine große Rolle. Der Beitrag gibt erste Einblicke in dieses Aufarbeitungs- und Dokumentationsprojekt.
Robert Kuhn / Pia Lehmann
Seite 48–55

Das Grab des Kairsu in Abusir
Seit den 1960er Jahren führen tschechische Ägyptologen der Karls-Universität in Prag umfangreiche Forschungen in der königlichen Nekropole von Abusir durch. Im Jahr 2015 wurden unweit nördlich der Pyramide des Königs Neferirkare (5. Dynastie) die Umrisse der Mastaba des Kairsu (AC 33; 5. Dynastie) entdeckt; während einer Grabungskampagne im Herbst/ Winter 2018 konnte die Grabanlage freigelegt werden. Zwar wurden sowohl der Oberbau als auch die Dekoration der Mastaba bereits in antiken Zeiten weitgehend zerstört, die Ausgrabungen brachten aber noch eine Vielzahl interessanter Befunde und Artefakte ans Tageslicht, die u. a. die hohe Stellung des Grabinhabers dokumentieren.
Miroslav Bárta / Lucie Jirásková / Jaromír Krejcí / Martin Odler
Seite 56–73

Gemalt für die Ewigkeit
Auf den Spuren der Kastensärge des Mittleren Reiches aus Beni Hassan
Zwischen 1902 und 1904 führte der britische Archäologe John Garstang in der sogenannten Unteren Nekropole von Beni Hassan umfangreiche Ausgrabungen durch, bei denen u. a. viele Särge von Beamten niederen Ranges aus dem Mittleren Reich geborgen worden sind. Das am Institut für Ägyptologie der Universität Wien angesiedelte Projekt «Gemalt für die Ewigkeit» hat zum Ziel, die Dekoration von inzwischen fast 100 dieser in Museen auf der ganzen Welt befindlichen Särgen bzw. Sargfragmenten aus kunsthistorischer Sicht zu untersuchen.
Lubica Hudáková / Peter Jánosi / Uta Siffert
Seite 74–93

Der verlorene Pyramidentempel Amenemhets III. in Dahschur
Der unvollendet gebliebene Pyramidenbezirk Amenemhets III. (12. Dynastie) in der Königsnekropole von Dahschur diente wohl vor allem in der Ramessidenzeit als Steinbruch, sodass vom Pyramidentempel nur geringe Reste erhalten geblieben sind. Nach ersten Erkundungen und Notgrabungen Ende des 19. Jahrhunderts führte das Deutsche Archäologische Institut, Abteilung Kairo zwischen 1976 und 1983 größere Ausgrabungen in diesem Pyramidenkomplex durch – auch im Gelände des vermuteten Pyramidentempels. Leider konnten während dieser Unternehmungen die Fundamentreste des Tempels nicht aufgespürt werden. Auf der Basis der bisherigen Forschungen und mit Blick auf neue Erkenntnisse bei den Ausgrabungen am Pyramidentempel Sesostris’ III. (12. Dynastie) in Dahschur beschäftigt sich der Autor hier nochmals mit der möglichen Rekonstruktion dieser Tempelanlage.
Dieter Arnold
Seite 94–103

Spurensuche einer Katastrophe
Kritische Bemerkungen zu den angeblichen ägyptischen schriftlichen Quellen
zum Vulkanausbruch auf der Insel Thera (Santorin)

Nach derzeitigem Kenntnisstand gab es Anfang des 17. Jahrhunderts v. Chr. einen verheerenden Vulkanausbruch auf der zum kykladischen Kulturkreis zählenden Insel Thera (Santorin) in der griechischen Ägäis. Hatte diese Katastrophe Auswirkungen auf das etwa 700 km entfernte Ägypten? Gibt es altägyptische Texte, die Bezug auf diesen Vulkanausbruch nehmen? Der Autor geht in seinem Beitrag diesen Fragen ausführlich nach.
Joachim F. Quack
Seite 104–125

Reiten statt Streitwagen – Geschwindigkeit statt Prestige
Zu den verhältnismäßig wenigen Belegen für das Reiten zu Pferde im Alten Ägypten
Während Pferde als Zugtiere für Streitwagen im alten Ägypten sehr häufig dargestellt und auch textlich erwähnt wurden, ist das Reiten weitaus seltener dokumentiert worden. Die zahlreichen Belege für die Nutzung des Streitwagens waren möglicherweise eine Frage des Prestiges. Als Reittier wurde das Pferd hingegen dort eingesetzt, wo eine schnelle und wendige Fortbewegung wie bei Boten, Soldaten und Kundschaftern notwendig war. Die Autorin gibt einen Überblick über das Thema »Reiten zu Pferde im alten Ägypten« und zeigt einige der seltenen Darstellungen von Reitern aus dem Neuen Reich und der Dritten Zwischenzeit/Spätzeit.
Heidi Köpp-Junk
Seite 126–135

Der ramessidische Tempel im Asasif
Datierung und Funktion eines Bauvorhabens der 20. Dynastie
im Vorfeld von Deir el-Bahari

Eine große, unfertige Tempelanlage der 20. Dynastie liegt am östlichen Ende des Asasif (Theben-West) über den unteren Ausläufern der Aufwege von Thutmosis III. und Mentuhotep II. Nebhepetre. Aufgrund mehrerer Gründungsdepots kann der Tempel Ramses IV. zugeschrieben werden; vermutlich handelt es sich hierbei um eines der »Millionenjahrhäuser« dieses Königs. Der Beitrag erörtert mögliche Gründe für die Lokation der Tempelanlage und zeigt auf, warum sein fragmentarischer Erhaltungszustand auch ein Glücksfall für die thebanische Archäologie ist.
Julia Budka
Seite 136–151

Archivgrabungen:
Günther Roeder und das Stadtbild von Hermopolis Magna

Die Forschungsaktivitäten der «Joint Mission Cairo-Munich» in Tuna el-Gebel wurden 2015 mit dem Projekt «Weltentstehung und Theologie von Hermopolis Magna» um einige Fragestellungen erweitert. Im Mittelpunkt der Unternehmungen standen bislang die Frage nach der Organisation des Tierkultes sowie die Rekonstruktion der Lebenswelten der Bewohner im griechisch-römischen Tuna el-Gebel. Mit dem Hermopolis-Projekt rückten nun die komplexen administrativen, ökonomischen und religiösen Beziehungen zwischen den Lebensräumen von Tuna el-Gebel und der antiken Metropole in den Vordergrund. Der Beitrag greift zwei aktuelle Forschungsschwerpunkte auf: Einerseits wird ein Einblick in das umfassende Archivmaterial des Leiters der Deutschen Hermopolis-Expedition (1929–1939) gegeben, andererseits werden erste Ergebnisse über die antike Wohnstadt von Hermopolis Magna präsentiert.
Mélanie Flossmann-Schütze (mit einem Beitrag von Patrick Brose)
Seite 152–169

Naga
Neueste Grabungen in der sudanesischen Steppe
Naga, etwa 130 km nordöstlich von Khartum gelegen, war neben Meroë die wichtigste Stadt des meroitischen Reiches und eine der komplexesten archäologischen Anlagen des antiken Sudan. Aufgrund ihrer ungewöhnlichen Lage ca. 35 km abseits des Nils ist Naga bis ans Ende des 20. Jahrhunderts weitgehend unberührt geblieben. Ohne extensive Nachnutzung, Plünderungen, Steinraub, Agrarbewirtschaftung oder moderne Überbauungen ist diese Stadt, die in ihrer Blütezeit im 1. Jahrhundert n. Chr. eine Fläche von mindestens einem Quadratkilometer bedeckte, ein Glücksfall für die moderne Archäologie. Seit 2013 arbeitet ein Team des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst, München in Naga. In den letzten Kampagnen wurden mehrere Gebäude in der südöstlichen Ecke des Hauptkomplexes der Stadt ausgegraben. Der Artikel stellt die Ergebnisse und Funde sowie einige Überlegungen zu einem möglichen funktionalen Zusammenhang zwischen den verschiedenen Bauten vor.
Arnulf Schlüter / Christian Perzlmeier
Seite 170–187


Sokar Nr. 39
Herbst 2020
21. Jahrgang
196 Seiten
343 Fotos/Abb. 

Kultpyramiden und Pyramidentempel
Einige Gedanken zur Entwicklung königlicher Tempelanlagen
zu Beginn der 5. Dynastie

Das Grabmal des Königs Userkaf (5. Dynastie) in der Nekropole von Sakkara nimmt in der Entwicklung der Pyramidenanlagen des Alten Reiches eine besondere Stellung ein. Userkafs Baumeister hatten für die Konzeption des königlichen Grabkomplexes auf ältere Bauformen und Raumplanungen aus der 3. und 4. Dynastie zurückgegriffen und diese aktualisiert. Dadurch schufen sie auch die Grundlage für die zukunftsweisende Neugestaltung des darauffolgenden Pyramidenbezirks des Sahure in Abusir. Der Autor widmet sich ausführlich den Tempelanlagen an den Grabmälern von Userkaf und Sahure und zeigt anschaulich die Entwicklung und Innovationen dieser Kultbauten innerhalb der 4. und beginnenden 5. Dynastie auf.
Peter Jánosi
Seite 6–21

Abusir – Nekropole der Sonnenkönige
Etwa 11 km südöstlich des Giza-Plateaus liegt die Ausgrabungsstätte von Abusir. Ihr Zentrum bildet eine königliche Nekropole aus der 5. Dynastie, die heute durch die Ruinen der Pyramidenanlagen von Sahure, Neferirkare und Niuserre geprägt ist. Die systematische Erforschung dieser Baudenkmäler begann Anfang des 20. Jahrhunderts. Seit den 1960er Jahren arbeiten tschechische Ägyptologen der Karls-Universität in Prag in weiten Bereichen von Abusir, seit 1995 auch ägyptische Grabungsteams im Pyramidenbezirk des Sahure. Die umfangreichen Forschungen dieser Missionen haben nicht nur das Wissen über die Nekropole selbst, sondern auch über die dort bestattete königliche Familie erheblich erweitern können.
Miroslav Verner
Seite 22–39

Paradigmenwechsel
Neue Befunde aus dem Pyramidenkomplex des Sahure in Abusir
Seit gut 26 Jahren finden im Auftrag der Ägyptischen Antikenverwaltung im Pyramidenkomplex des Sahure (5. Dynastie) in Abusir Ausgrabungen statt. In den letzten Jahren konzentrierten sich die Arbeiten auf den oberen Aufweg sowie auf die Konsolidierung und Restaurierung des Kammersystems des Königsgrabes. Dabei wurden neben weiteren dekorierten Wandblöcken vom Aufweg an der Nordostecke der Eingangshalle die Ruinen einer Siedlung aus der Spätzeit entdeckt. In Sahures Grabmal konnten der Grabkorridor und die Vorkammer freigelegt werden; zudem entdeckte man einen neuen Kammerbereich, der wohl als Magazin diente. Ausführlich werden die wichtigsten Ergebnisse der letzten Kampagnen vorgestellt.
Mohamed Ismail Khaled
Seite 40–63

Neues zum Pyramidenbezirk der Königin Setibhor,
der Gemahlin des Djedkare-Isesi

Der Pyramidenbezirk nördlich des Totentempels des Königs Djedkare-Isesi (5. Dynastie) in Sakkara-Süd war lange Zeit als Grabkomplex einer »anonymen Königin« bekannt. Das dort seit über zehn Jahren tätige ägyptisch-tschechische Ausgrabungsteam legte 2018 einen bislang unerforschten Bereich dieser Grabanlage frei und konnte Beweise dafür finden, dass dieses Bauwerk einst Djedkare-Isesis Gemahlin Setibhor gehörte. Zwar sind nur einige Teile des Totentempels der Setibhor bislang freigelegt und auch das Kammersystem ihrer Pyramide konnte noch nicht untersucht werden, dennoch erlauben die bisherigen Befunde, über grundlegende Aspekte des Grabmals dieser Königin zu diskutieren.
Mohamed Megahed / Hana Vymazalová
Seite 64–79

Der Pyramidenbezirk Sesostris’ III. in Dahschur
Grabungen im Herbst 2019
Seit 1992 arbeitet ein Grabungsteam des Metropolitan Museum of Art, New York im Pyramidenbezirk Sesostris’ III. (12. Dynastie) in Dahschur. Seit einigen Jahren haben sich die Ausgrabungen auf die Überreste des »Südtempels« konzentriert; eine einzigartige Anlage, die im Neuen Reich zur Gewinnung von Baumaterial völlig abgetragen wurde. Erhalten haben sich nur die Fundamentgrube mit dem Unterfundament, einige wenige Blöcke des Kalksteinfundaments und im dortigen Kalksteinschutt einige aufschlussreiche Fragmente der Architektur des Tempels. Im Beitrag werden neue Befunde und wichtige Beobachtungen aus der Grabungskampagne im Herbst 2019 vorgestellt.
Dieter Arnold / Adela Oppenheim
Seite 80–89

Der Gebäudekomplex südöstlich der Pyramide Amenemhets III. in Dahschur
Im Jahr 1895 wurden ca. 60 m südlich des Aufwegs zur Pyramide Amenemhets III. (12. Dynastie) in Dahschur die Überreste eines großen Gebäudekomplexes entdeckt, aber nur sehr spärlich dokumentiert. Von 1977 bis 1979 untersuchte das Deutsche Archäologische Institut, Abteilung Kairo diesen Bereich. Die Nähe zum Taltempel und Pyramidenbezirk Amenemhets III. sowie die Bauweise lassen keinen Zweifel daran, dass der Komplex in engem Zusammenhang mit der Pyramidenanlage entstanden ist. Ausführlich werden der Gebäudekomplex vorgestellt und die Bedeutung einzelner Baustrukturen diskutiert.
Dieter Arnold
Seite 90–97

Die Friedhöfe des Neuen Reiches bei Rifeh
Projektzwischenbericht zur Aufarbeitung der Grabungen von
William Matthew Flinders Petrie in Rifeh (Mittelägypten)

Im Jahr 1907 ließ William M. Flinders Petrie mehrere Friedhöfe nahe der mittelägyptischen Ortschaft Rifeh freilegen; gefunden wurden etwa 450 Bestattungen, die in das Mittlere Reich, die Zweite Zwischenzeit und das Neue Reich datieren. Der Autor widmet sich den Gräbern und ausgewählten Fundobjekten aus dem Neuen Reich und zeigt u. a. auf, wie sich die Bestattungsbräuche in dieser Zeit gewandelt haben.
Wolfram Grajetzki
Seite 98–105

Grabungsergebnisse der Frühjahrskampagne 2020
auf der Qubbet el-Hawa Nord

Im Jahr 2011 wurde auf dem Westufer des Nil nördlich des Gebel Qubbet el-Hawa bei Assuan ein Gräberfeld in einem alten Steinbruchgebiet entdeckt, von dem die meisten Anlagen in das Neue Reich datieren. Die Erforschung dieser Nekropole begann 2015 durch eine ägyptisch-deutsche Grabungsmission. Im Beitrag werden die Ergebnisse der im Frühjahr 2020 durchgeführten Arbeiten vorgestellt, in deren Fokus vor allem die Freilegung der Innenräume des Grabes des Beamten Amenhotep (18. Dynastie) sowie die Reinigungsarbeiten im Bereich der Vorhöfe weiterer Gräber standen.
Friederike Seyfried / Robert Kuhn / Sarah Konert / Dirk Jerominek
Seite 106–115

Das spätzeitliche Grab XXII am »Millionenjahrhaus« Thutmosis’ III.
Das »Millionenjahrhaus« Thutmosis’ III. (18. Dynastie) in Theben-West wird seit 2008 von einem spanisch-ägyptischen Forscherteam untersucht. Im Tempelbezirk und seiner unmittelbaren Umgebung wurden dabei auch einfache Bestattungen aus der Ersten Zwischenzeit, Gräber aus dem Mittleren Reich sowie Grabanlagen aus der Dritten Zwischenzeit und der Saitenzeit entdeckt. Obwohl die Gräber bereits in antiken Zeiten geplündert worden sind, konnten noch viele menschliche Überreste und eine große Menge des damaligen Bestattungsinventars geborgen werden. Der Beitrag gibt einen Überblick über die bisherigen Untersuchungen und stellt einige Funde aus dem 2015 entdeckten spätzeitlichen Grab Nr. XXII vor.
Myriam Seco Álvarez / Javier Martínez Babón
Seite 116–127

Bestattungsvielfalt im Asasif
Komplexe Nutzungsgeschichten im Grab des Anch-Hor (TT 414)
Die komplexe Fundgeschichte und vielfältige Nachnutzung des spätzeitlichen Grabes des Anch-Hor (TT 414) im Asasif (Theben-West) besitzen großes Potenzial für die thebanische Archäologie. Da ähnliche Benutzungen auch für andere Gräber im Asasif gelten werden, kommt dem an der Ludwig-Maximilians-Universität München angesiedelten «Anch-Hor Projekt» eine hohe Bedeutung zur Rekonstruktion der umfangreichen Geschichte dieser bemerkenswerten Nekropole zu.
Julia Budka
Seite 128–139

Ein Wohn- und Arbeitsviertel am »Großen Thot-Tempel« in Tuna el-Gebel
Im Zuge der aktuellen Forschungen der «Joint Mission Cairo-Munich» konnte im Osten des »Großen Thot-Tempels« in Tuna el-Gebel ein Wohn- und Arbeitsviertel lokalisiert werden, das bereits in den 1930er Jahren entdeckt wurde. Die aktuellen Ausgrabungen ermöglichen neue Einblicke in hermopolitanische Lebenswelten des 1. und 2. nachchristlichen Jahrhunderts. Mehrstöckige Lehmziegelgebäude sowie Lager- und Werkstätten reihen sich dicht gedrängt aneinander und bilden ein eigenes Viertel, das bislang als Nekropole gewertet wurde.
Mélanie Flossmann-Schütze / Edith Bernhauer / Patrick Brose
Muhammady Fathy / Mostafa Nagdy
Seite 140–151

Ägyptische Stierikonographie in Nordwestarabien
Zahlreiche archäologische und epigrafische Hinterlassenschaften belegen die Kontakte der Ägypter mit den Kulturen des vorislamischen Arabien spätestens ab dem Mittleren Reich bis in die römische Zeit hinein. Die Funde umfassen altägyptische Importgüter, die im Rahmen von Handelskontakten nach Arabien gelangten, wie auch lokal gefertigte Objekte mit ägyptischen Einflüssen. Die Verwendung der ägyptischen und ägyptisierenden Objekte und Motive konzentrierte sich hierbei vorrangig auf den funerären und sakralen Bereich. Der Autor widmet sich in seinem Beitrag einem speziellen Aspekt aus diesem Fundkontext: dem Auftreten ägyptischer Stierikonographie auf der Arabischen Halbinsel – insbesondere in der Oase Tayma.
Gunnar Sperveslage
Seite 152–159

Die Sonnenkönige kommen nach Prag
Ausstellung »Kings of the Sun« im Nationalmuseum in Prag
Die Ausstellung »Kings of the Sun« im Prager Nationalmuseum zeigt ein anschauliches und vielschichtiges Bild der pharaonischen Geschichte von Abusir. Der Beitrag gibt einen Überblick über diese exklusive Begräbnisstätte, deren Belegung von der frühdynastischen Epoche bis zur Spätzeit und der griechisch-römischen Epoche reicht, und stellt ausgewählte Fundobjekte vor, die wichtige Aspekte aus ihrer Zeit und bedeutende Entdeckungen der Ausgrabungen in Abusir dokumentieren.
Miroslav Bárta
Seite 160–175

Vom Nil an die Dreisam
Zur Geschichte der Ägyptischen Sammlung in Freiburg
Das Museum Natur und Mensch in Freiburg besitzt ca. 1050 altägyptische Exponate, von denen der größte Teil aus den Badischen Grabungen in Mittelägypten in den Jahren 1913 und 1914 stammt. Diese magazinierte Sammlung ist nur einem kleinen Personenkreis bekannt; bislang konnten nur vereinzelt Objekte öffentlich gezeigt werden. Der Autor liefert eine ausführliche Darstellung der Entstehung und Geschichte der Freiburger Sammlung und präsentiert ausgewählte Objekte.
Lars Petersen
Seite 176–189

 

Sokar Nr. 38
Herbst 2019
20. Jahrgang
100 Seiten
144 Fotos/Abb. 

Der Kult an den Pyramiden der frühen 4. Dynastie
Felix Arnold
Seite 6–16

Bemerkungen zur Chronologie des Alten Reiches
Miroslav Verner
Seite 18–23

Djedkare-Isesis Pyramidenkomplex
Grabungskampagnen 2018
Mohamed Megahed / Zeinab Hashesh / Peter Jánosi / Hana Vymazalová
Seite 24–49

Die Mastaba des Chui auf dem Königsfriedhof des Djedkare-Isesi
Mohamed Megahed / Hana Vymazalová
Seite 50–59

Der Taltempel der Pyramide Amenemhets III. in Dahschur
 Dieter Arnold
Seite 60–67

Neues von der Qubbet el-Hawa Nord
Friederike Seyfried / Robert Kuhn
Seite 68–71

Das spätzeitliche Schachtgrab des Padikem in Tuna el-Gebel
Patrick Brose / Ahmed Budran / Mélanie Flossmann-Schütze / Mostafa Nagdy
Seite 72–82


Der Tempel Ptolemaios’ XII. in Athribis
Das größte Mammisi Ägyptens
Christian Leitz / Marcus Müller / Carolina Teotino
Seite 84–96

 

Sokar Nr. 37
Frühjahr 2019
20. Jahrgang
100 Seiten
166 Fotos/Abb. 

Snofrus letzte Ruhestätte
Zum Kammersystem der Roten Pyramide in Dahschur
Michael Haase
Seite 6–29

Der verlorene Thronsessel der Hetepheres I.
Peter Der Manuelian
Seite 30–49

Der Pyramidenbezirk des Djedkare-Isesi
Konsolidierung, Grabungen und Dokumentationen 2017
Mohamed Megahed / Peter Jánosi / Hana Vymazalová
Seite 50–69

Astronomische Daten und ihre Verwendung zur Festlegung der Chronologie des Alten Reiches
Michael E. Habicht / Rita Gautschy / Daniel Rutica 
Francesco M. Galassi / Renate Siegmann / Rainer Hannig
Seite 70–73

Wohin mit Regen- und Gebrauchtwasser?
Ein Abriss der Abwassertechnik im pharaonischen Ägypten
Heidi Köpp-Junk
Seite 74–79

Eine Priestersiedlung am Pyramidenbezirk Amenemhets III. in Dahschur
Dieter Arnold
Seite 80–89

Neues zum Grab des Chnummose auf der Nilinsel Sai in Obernubien
Julia Budka
Seite 90–97

 

 


Sokar Nr. 36
Sommer 2018
19. Jahrgang
100 Seiten
165 Fotos/Abb.

Die Pyramide von Zawyet Sultan: lokale Perspektiven
Richard Bußmann
Seite 6–19


Projektstatus: unvollendet
Die Felsenkammer der Cheops-Pyramide
Michael Haase
Seite 20–41

Ein Kulttempel Sesostris’ III. in Dahschur
Dieter Arnold / Sara Chen / Adela Oppenheim
Seite 42–55


Wiederauferstanden aus Trümmern
Konservierung und Restaurierung einer Standfigur Ramses’ II. vor dem 1. Pylon des Luxor-Tempels
Mostafa Waziry / Ahmed Araby / Abdelrazk Mohamed Ali
Seite 56–63


Der vergessene Papyrus
Regina Hölzl
Seite 44–71

Der Tempel und die Siedlung auf dem Berg
Neue Forschungen der Joint Mission in Tuna el-Gebel
Mélanie Flossmann-Schütze / Patrick Brose
Seite 72–83


Die neue Ägypten-Ausstellung im Leidener Antikenmuseum
Lara Weiss
Seite 84–95